Von Zusammenarbeit, Wilderei und Umweltbildung

2023 war ein sehr intensives Jahr bezüglich unserer Projektarbeit in Costa Rica. Ich komme jetzt, kurz vor Weihnachten, von weiteren 6 Wochen Aufenthalt im Land zurück und habe viele positive Eindrücke aus den Gesprächen mit all unseren Projektpartnern mitgenommen. Allein in 2023 sind 4 neue Partner-Organisationen hinzugekommen! 

Vernetzung und Zusammenarbeit: Gruppendiskussion beim Monte Alto Workshop

In 2023 sind wir auch ein ganzes Stück näher zusammengerückt, eine intensivere Zusammenarbeit und ein regelmäßiger Austausch untereinander ist entstanden. Dies alles haben wir 2022 mit unserem ersten Workshop gestartet, und dies wurde Anfang Dez. 2023 im Workshop in Monte Alto erfolgreich fortgesetzt. Ich würde mittlerweile von einer echten Familie aus Naturschützern und LehrerInnen sprechen, die sich gegenseitig unterstützt und Erfahrungen austauscht. Sehr harmonisch, sehr innovativ, sehr proaktiv. Genau das war das Ziel!

Denn es gibt ja nicht nur positives aus Costa Rica zu berichten. Die Wilderei hat seit der Pandemie sehr stark zugenommen und es ist kein Umkehr-Trend zu erkennen. Nächtliche Begegnungen mit Wilderern in den Wäldern sind mittlerweile Normalität. Leider hat der costaricanische Staat außer der Gesetzgebung, die Wilderei generell zwar strikt verbietet, kaum eine Antwort auf diese Entwicklung. Wir setzen in unseren Schutzgebieten stark auf Aufklärungsarbeit, Umweltbildung, Monitoring und Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden. Außerdem zeigen Kamerafallen und das regelmäßige Begehen unsere Präsenz an. Gegen bewaffnete Gruppen von Jägern mit Rudeln von ausgebildeten Jagdhunden sind aber auch uns die Hände gebunden.

Auch die wilde Immobilien-Spekulation in Gebieten wie der südlichen Karibik mit einer starken Parzellierung der Wälder ist eine zunehmende Gefahr für Biokorridore. Wir freuen uns daher, mit ASOGUABO eine neue, junge Partnerorganisation gefunden zu haben, mit der wir soeben einen Kooperationsvertrag zur Zusammenarbeit abgeschlossen haben. Dieser beinhaltet zum einen den verstärkten Schutz des biologischen Korridors zwischen dem Keköldi Indigenen-Reservat und dem Schutzgebiet Gandoca-Manzanillo durch Vernetzung von Naturschützern und ökologisch denkenden Landbesitzern. Zum anderen beinhaltet es Umweltbildung und Aufklärungsarbeit.

 Die Umweltbildung von Tropica Verde in Costa Rica hat 2023 einen gewaltigen Sprung nach vorne gemacht. Darüber sind wir sehr stolz. Mit Karla Murillo konnten wir eine erfahrene Expertin gewinnen, die ein regelrechtes Umweltbildungsnetz über die ganze Karibikküste gestartet hat.

Wir konnten hunderte von Kindern, gerade auch in den ärmeren Regionen, schulen, unsere Erwachsenenbildung ausweiten und haben ein erstes Lehrer-Netzwerk geschaffen mittels persönlicher und virtueller Workshops. Dieses Programm hat für so viel positives Aufsehen gesorgt, dass Karla ab Frühjahr eine leitende Stelle an der Universität Costa Rica angeboten bekam.

Großer Glückwunsch an Karla, die sich das wirklich verdient hat!

Für uns heißt es nun, mit unseren existierenden Umweltbildungspartnern und zusätzlichen, neuen Kräften diese Arbeit in 2024 konsequent weiterzuführen.

Projektleiter und Teilnehmerin eines Workshops in Siquirres mit neuer Kunst

Ich möchte in diesem kurzen Beitrag keinen großen Roman verfassen. Detaillierte Informationen mit Fotos und Videos wird es in den nächsten Monaten paso a paso – also nach und nach – im Newsletter, auf Youtube & Instagram sowie auf unserer Website geben.

Ich kann jedoch eines mit Sicherheit sagen: Es ist eine richtig tolle Familie entstanden aus unseren zuvor eher isoliert arbeitenden Partnerorganisationen. Die ersten zwei Workshops hatten einen sehr positiven Effekt und alle Partnerorganisationen freuen sich auf eine regelmäßige Zusammenarbeit.

 Und ganz wichtig: Alle sind den Mitgliedern und Spendern sehr dankbar für die Möglichkeit, mit Naturschutz und Umweltbildung auch einen Teil ihres Lebensunterhalts bestreiten zu können. Das ist nicht selbstverständlich und wird sehr wertgeschätzt.

Ich wünsche Euch allen fröhliche Weihnachten! Und für 2024 kann es nur heißen: Vamos!!  

Liebe Grüße, Stefan